Dienstag, 20. August 2019

Saudade


Zwischengekehrt versuche ich wieder täglich zu malen.
Gar nicht so leicht, wenn Ferien sind...

Samstag, 17. August 2019

Wenn alles anders kommt...



Im Norden Finnlands war es ungewöhnlich kalt und trocken, so dass mir beim Abschied bereits ganz herbstlich ums Herz wurde. Mit Strickzeug im Gepäck ging es wieder Richtung Süden.


In Helsinki waren wir für die Heimreise komplett. Zwei Mütter, drei Kinder - auf ins Abenteuer des "Thunbergischen" Reisens! Ob die Reise wohl genauso spannend würde wie die Hinfahrt?
Wohl kaum, dachten wir zu diesem Zeitpunkt....


Ein kleiner Spaziergang in Helsinki und Freude über Sonnenschein! Wir hatten schon fast vergessen, dass noch Sommer ist...



An Bord wurde es eine sehr schaukelige Nacht. Man muss es mögen.
Ich fand es wunderbar! Allerdings war es für das Vollmondsuchen auf Deck etwas zu windig...


Kleine Reisepause im wunderbar sonnigen Stockholm!
Und dann...



Leider kein direkter Zugverkehr mehr zwischen Stockholm und Kopenhagen...aber mal sehen, sagte die nette Bahnbeamtin...Aha! Per Bummelzug in einem schönen Bogen durch Südschweden, das ginge! Schnell in den Zug und alles weitere dort klären. " This will be an adventure, I guess…", sagte sie noch zum Abschied.




Gleise, Menschen, Umstiege...und draußen Wolken, Regen und schwedische Felder.
Irgendwie schön. Und wie es unterwegs oft ist, entsteht Bekanntschaft. Wie fein!





Der dänische Zug nach Hamburg hatte in dieser Nacht fünf Plätze frei..während wir in Malmö wunderbar willkommen mit vier Sternchen ( !) schliefen. Danke, liebe schwedische Bahn! Auch für das köstliche Frühstück in dieser südschwedischen Stadt.



Nichts desto trotz...Kopenhagen Hamburg stand ja gestern schon an...
Und wir kamen nach einigen Stunden Wartezeit am Kopenhagener Bahnhof 
in den Genuss eines Schienenersatzverkehrsbusses.
Schöne dänische Landschaft zog an uns vorüber und durch unsere Gedanken.


Und dann noch ein kleiner Zug, der sogar auf der Fähre nach Puttgarden Platz fand!
Ein Fährenzug...
Hopp, zwischendurch noch einmal aufs Schiff!
Welch eine Extraüberraschung!


Was macht schon eine Verspätung , wenn man beim Bahnfahren für sein Geld immer soviel mehr bekommt? Mehr Abenteuer, mehr Zeit, mehr Sitzgelegenheit ( im besten Falle), mehr Kilometer und noch ein bisschen Meer.

Nun gut, der Rest der Reise ist schnell erzählt, denn von Hamburg bis in den Süden Deutschlands ist es ja nicht mehr weit. Der Zug war verspätet und eine weitere Extranacht in Hamburg winkte uns schon...aber auf Verspätung ist Verlass und so konnten wir gerade noch in den ebenso verspäteten ICE springen. Glück gehabt, denn es blieben etliche Gäste auf dem Gleis stehen...
So dauerte unsere Reise von Mittwoch 5 Uhr bis Samstag 0.44 Uhr und war kein bisschen langweilig.
Greta braucht etwas länger mit dem Boot nach Amerika....

Heimgekehrt bin ich für so Vieles dankbar:
für so wunderbare , geduldige Kinder, für meine gute Freundin, für so viel Hilfsbereitschaft und nette Kontakte, für das "Sehen-Können" wo wir sind, für das Gefühl von Weite und Entfernung, für meine jahrelange Meditationspraxis und das Vertrauen, dass alles gut wird. Dafür, dass es wunderbare Bücher gibt, die Menschen so vielseitig sind und die Sprachen so bunt.
Und irgendwie geht es immer weiter.

Jederzeit wieder!
Jetzt erst recht!




Donnerstag, 8. August 2019

Gelesen und Gefunden bei Markus Zusak



" Die Menschen beachten die Farben eines Tages lediglich an seinem Anfang und an seinem Ende. Dabei wandert ein Tag durch eine Vielzahl von Farbtönen und Schattierungen, und zwar in jedem Augenblick. Eine einzige Stunde kann aus Tausenden von unterschiedlichen Farben bestehen.
Wachsgelb, regenbesprühtes Blau. Schlammige Dunkelheit."

( Markus Zusak, Die Bücherdiebin, Blanvalet, München 2009, S. 11)



So sammelte ich Farbtöne, an diesem finnischen Augusttag im Jahre 2019.

Und bin so sehr berührt von diesem Buch. Es brauchte einige Pausen, bis ich weiterlesen konnte, so nachdrücklich hat mich die Geschichte in meiner Seele gefärbt. Mit einer Palette von Farben:von einem schaudrigen Dunkel über ein wutglimmendes Rot bis hin zu einer mintgrünen, kleinblassen Hoffnung, tränenblau getunkt...mochte es doch wenigstens einen kleinen, guten Ausgang geben, bei all den Versuchen, das Beste aus dem Leid zu machen, so wagte ich kaum zu hoffen...und lesend sank ich mit Max und Liesel erleichtert zu Boden.
Dieses Leben. diese Farben...

Mein heutiger Tag schien sich in Rot und Gelb zu wiegen...










Das inspirierende Zitat ist mir bereits vor der Lektüre in Mirjams Kleinod begegnet. 




Samstag, 3. August 2019

Zauberwälder




"Man glaubte, dass die ganze Natur voll sei von diesen Geistern, seien es gute, seien es böse, dass sie in der Luft, über der Erde und auch unter der Erde vorhanden wären.
Es gab weder See, Insel, Halbinsel noch Bucht, weder Wald, Dickicht, Sumpf, Heide, Schwende noch Tal, weder Hügel, Berg noch Anhöhe, weder Quelle, Bach, Fluss noch Stromschnelle, weder Baum, Gras noch Blume, weder einen Menschen noch sonst ein lebendiges Wesen, das nicht seinen besonderen Schutzgeist gehabt hätte. Wasser und Eisen, Feuer, Wind und Frost, ja sogar solche Wesenheiten wie Schlaf und Tod hatten ihren ureigensten Schutzgeist."

Elias Lönnrot, Alte Zauberlieder des finnischen Volkes, 1880