Montag, 3. Oktober 2016

Frau Holle aus Kinderhand und Kindermund

Heute ein Gastbeitrag des Kindes, 
der zu Susannes Papierliebe am Montag fliegt.
Das Bilderbuch ist schon 3 Jahre alt, entstanden in der Vorweihnachtszeit: jede Woche hat das Kind ein Bild des selbst ausgewählten Märchens  gemalt. Zu Weihnachten wurde es gedruckt und gebunden und mit Freude verschenkt. Dieses Projekt haben wir zur Tradition werden lassen.
Da die Märchen ja früher erzählt wurden, habe auch ich das Kind erzählen lassen... seht und lest selbst!

This is an automn-winter-project I do with the child every year: it choses a tale, retells it, draws a picture every week and gives the bounded oeuvre as christmas present .
This is an example from three years ago. 
Mother Hulda by the Brothers Grimm.
The link ist going to Susannes collection of paperlove / fairytales


"Es war einmal eine Witwe.
Die hatte zwei Töchter. Die eine arbeitete ganz viel, die andere war total faul.
Es waren zwei Maries.
Eines Tages ging die eine, die so viel arbeitet, zum Brunnen.
Da „stoch“ sie sich an der Spindel in den einen Finger.
Sie wollte die Spule am Brunnen abwaschen und dann fiel sie in den Brunnen rein.
Als sie aufwachte lag sie auf einer wunderschönen Wiese.
Und da ging sie los und kam zu einem Backofen. Da war Brot drin. Und der schrie, das Brot schrie: „ Zieh uns raus, zieh uns raus, wir sind schon längst fertig gebacken!“
Sie zog das Brot raus und ging weiter.
Dann kam sie zu einem Apfelbaum. Der rief: „ Schüttle mich, schüttle mich, meine Äpfel sind schon ganz reif!“
Und sie schüttelte den Baum.

Dann kam sie weiter und kam zu einem Haus.

Davor war Frau Holle.

Da kam sie zur Frau Holle rein.
Dort sollte Marie das Bett schütteln, damit es schneite.




Danach durfte sie von Frau Holle gehen und ging durch ein Tor.

Als sie darunter stand kam ein kräftiger Goldregen

und das Gold blieb an ihr hängen.

Dann stand sie auf dem Brunnen

und der Hahn schrie:

„ Kikerikii, Kikerikii unsere Goldmarie ist wieder hie!“

 

Ihre andere Schwester ging zum Brunnen „stoch“ sich mit der Spindel und “sprung“ in den Brunnen.

Ihr passierte das Gleiche wie der lieben Schwester.

Als sie am Brot vorbeikam, schrie es das gleiche und sie sagte Hunger hab ich auch und nahm ein einziges Brot und machte: „grmpf, mampf, grmpf“, aß es und das andere Brot war verbrannt.

Und beim Apfelbaum passierte das Gleiche.

Sie riss sich einen Apfel ab und biss „ grmpf“ hinein.


Dann hat sie den Apfel hingeschmissen und ging zu Frau Holles Haus.
Es passierte das Gleiche.
Beim Schütteln, schüttelte sie nur einmal.
Dann durfte sie gehen, durch das Tor.
Unter dem Tor kam ein Kübel Pech über sie und das Pech blieb kleben.

Als sie aus dem Brunnen kam, da schrie der Hahn:
„ Kikerikii, Kikerikii, unsere Pechmarie ist wieder hie!“


Mit freundlicher Genehmigung und besten Grüßen vom Kind.

Kommentare:

  1. Ach wie schön, wenn sich Märchen verbildern und verworten in einem ganz eigenen Sein! Ganz bezaubernd! Eigentlich ist die Papierliebe aktuellen Projekten vorbehalten, aber bei so einem hübschen Märchenbuch mache ich gerne eine Ausnahme ;-) Ganz bezaubernd und die besten Grüße an das Kind zurück (ich hoffe, die Verzauberung durch Märchenhaftes ist geblieben...).
    LG. Susanne

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    1. Danke, für die ausnahme ;-), das habe ich gar nicht gemerkt...ab jetzt nur noch up to date :-). Liebe Grüße!

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  2. ich bin hingerissen! schöner kann man märchen kaum bebildern!!! und wie toll, dass ihr daraus ein büchlein gemacht habt! ich habe auch noch ein über 20jahre-altes heftchen mit einen minimärchen meiner tochter. ein kleiner schatz!!
    liebe grüße von mano

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    1. Das sind Schätze, die alle aufbewahrt gehören. denn so zu malen ist vielen später nicht mehr möglich. Wie schön, dass Du auch ein solches Büchlein hast!

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  3. GRMPF! Wunderbare Worte, herrliche Illustrationen!
    Mit schönen Grüßen an das Künstlerkind
    herzlichst
    Lisa

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  4. Einfach herrlich, lieben Gruß, auch ans Mädchen, Ghislana

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    1. ... es ist allerdings ein Junge und er wird sich über alle Grüße sehr, sehr freuen :-) und war auch schon im Vorhinein gespannt....

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  5. Ohhhh wie wunderwunderschööön. Ein wahrer Schatz in Wort und Bild und wie zauberhaft, dass ihr daraus ein Erinnerungsbüchlein geschaffen habt. Kinder sind große Künstler. Spannend wie das Kind nun nach drei Jahren für ein märchenhaftes Buch entwickeln würde. Ein großes Lob an das Kind. VG Karin

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    1. Dieses Jahr wird es eine griechische Göttersage sein :-), bin auch ganz gespannt!

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  6. Das ist ja eine schöne Idee. Das Kind das Märchen in eigenen Worten nacherzählen zu lassen finde ich sehr gut.
    LG Jennifer

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