Freitag, 28. April 2017

Resonanz und Kunst / Esko Männikkö


























Kunst und Resonanz. Kunstwerke aus besuchten Ausstellungen, die in mir nachklingen, etwas auslösen, mich berührt oder irritiert haben und dies immer noch tun. Die sich dann verformen und mir in meinem Tun wieder begegnen.

Kunst und Resonanz verdrehte sich zu Resonanz und Kunst. So besuchte ich gegen Ende der Reise eine Ausstellung mit Fotografien , deren Motive sehr ähnlich den von mir hier entdeckten Interieurs waren. Esko Männikkö, beheimatet in der Gegend, in der auch meine Wurzeln liegen. Vor vielen, vielen Jahren hatte ich bereits eine Ausstellung im Lehnbachhaus München besucht.

Provokativ. Ehrlich. Festgehaltene Vergänglichkeit. Ganz ohne weißgemalerten Designanspruch.
Keine leichten Ansichten.

Dieses Mal mochte ich die Bilder der verlassenen Häuser besonders.



























"Tykkään siitä, että aika näkyy asioissa. Nykyaikana sitä ajankulua yritetään peitellä. Botoxia takapuoleen ja kauneusleikkauksia silmäluomeen. Vanhat rakennuksetkin hävitetään hyvin nopeaan."

" Ich mag es, wenn man den Dingen die Zeit ansieht. Heutzutage versuchen wir diese Vergänglichkeit zu verbergen. Botox ins Hinterteil und Schönheitsoperationen an den Augenwinkeln. Auch alte Gebäude werden viel zu voreilig abgerissen."
(Quelle)

Ich mag es auch.

Gesehen im Taidemuseo Oulu, April 2017.

Und so packe ich weiter meinen virtuellen Koffer für Euch aus. Mit einer nordfinnischen Langsamkeit, die sich mit der Schnelligkeit des wiedereingekehrten Alltags hier noch schwer tut.
Wie nennt man diesen Zustand? Akklimatisation? 

Donnerstag, 27. April 2017

Streifzüge und Entdeckungen...



.... in karelischen Wäldern.
Da erlaubte ich mir ein paar Augenblicke....


























Running through south-carelian forests I could not resist to have a closer look....




























" Manchmal knarrte sie über die Veranda, um etwas zu holen, das sie vergessen hatte, dann öffnete sie die Tür einen Spaltbreit, legte den Finger an die Lippen und flüsterte: " Schlaft ruhig weiter! Pssst- pssst! Ihr braucht Euch gar nicht um mich kümmern!" Und dann lächelte sie geheimnisvoll und traurig."

( Tove Jansson, Die Tochter des Bildhauers)

Montag, 24. April 2017

Wo meine Seele noch ist



Wieder Zuhause ankommen ist manchmal ein Zustand der länger braucht. 
Seht wo meine Seele sich noch in der Weite verliert...

 My soul is not made for fast homecoming.
See where I feel myself still to be...



Sonntag, 23. April 2017

Wer bald Post bekommt...


























... seht Ihr hier! 
Ich habe kleine Freuden aus Finnland mitgebracht und 3x wird etwas verschickt.
Könntet Ihr ,liebe Gewinnerinnen, mir bitte Eure Adresse schicken?
 Meine Mailadresse findet Ihr ganz, ganz unten im kleingedruckten Impressum.

Ein Moment sind drei Augenblicke / 3




























Weit, weit im Norden, fast schon am Polarkreis, 
saßen wir im roten Cousinenholzhäuschen und lauschten


A moment consists of three instants as the child once said.
We were sitting in the red wooden little house of my cousin, far in the north of Finland, and listening to Esa Pethman *click and listen* 


Nun wieder da, wird erst mal sortiert und nachgesonnen....
ach, die Zeit anhalten wäre manchmal so schön.

Sonntag, 9. April 2017

Wo bin ich bis ich wiederkomme?


Dort, wo es Frühling ist, wenn dieser die Eisberge den Fluss hinabschickt.
Dort, wo heute kleine Hexen bunte Zweige verteilten.
Dort wo das Wolkenschauen schöner ist als irgendwo sonst auf der Welt.
Dort, wo Gesprächspausen lange, lange sein dürfen.
Und Stille eine Tugend.
Dort, wo man absichtlich schwitzt um danach absichtlich zu frieren, damit es einen Grund gibt wieder zu schwitzen.
Dort, wo es gerade heller, immer heller wird bis es im Sommer nicht mehr heller geht.

Na? Erraten? Dann hinterlasse einen Kommentar und herzlich willkommen im Lostopf.
Ich bringe etwas mit von "dort".

Bis bald!

 Where will I be until I will come back?
Far away where spring means that the ice in the river floates.
Where silence is virtue and may last long between words.
Where sweating and and freezing is purposely made.
And where the day gets lighter and lighter until the night hides.

Feel welcome to leave a comment, a lot will be drawn when I come back.


Samstag, 8. April 2017

Neuigkeiten


 Die Frühlingsbibliothek hat sich mittlerweile um zwei wunderschöne Exemplare vergrößert.
Ein buntes Büchlein von Lucia , das daran erinnert, dass der Frühling immer wieder kommt, so wie die Hoffnung und die Farben, die Wärme und die Freude.
Schön! Vielen Dank, Lucia!

 Und dann ein weiteres Kleinod, wunderschön gestaltet in jedem Detail. Kleine Originalitäten und philosophische Fragen. Genau wie ich es liebe.
Vielen, lieben Dank, Julie!




























So sieht das kleine Astregal mittlerweile bunt gefüllt aus.
Hier könnt ihr in einer Linksammlung noch mehr Frühlingspost bewundern.


























Im unmöglichen Garten ließ ich eine Überraschung für die Gärtnerin.
Zu verlockend scheint Gold jedoch zu sein... so war die unten zu sehende Überraschung schon davongetragen, bevor sie zum überraschen kam...
 

Freitag, 7. April 2017

Welt-Traurigkeit mit Astrids Worten



























" Müssen wir uns nach diesen Jahrtausenden ständiger Kriege nicht fragen, ob der Mensch nicht vielleicht falsch konstruiert ist, da wir immer wieder gewalttätig werden? Und sind wir unserer Agressionen wegen zum Untergang verurteilt? Wir alle wollen ja den Frieden. Gibt es denn da keine Möglichkeit, uns zu ändern, ehe es zu spät ist? Könnten wir es nicht vielleicht lernen, auf Gewalt zu verzichten? Könnten wir nicht versuchen eine ganz neue Art Mensch zu werden? Wie aber sollte das geschehen und wo sollte man anfangen?"

Astrid Lindgren 

Niemals Gewalt; Rede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels

Dienstag, 4. April 2017

Salutogenese mit Beuys IV


 "Werde naß."

Der Morgen begann frühlingshaft saftig. Wenn auch bereits mit dunklen Wolken. Das machte die Farben umso satter und leuchtender. 
Fehlende Kamera beim Laufen um den See. Dafür sehende Augen und später malende Hände.
Damit der Frühling saftig und leuchtend bleibt, wurde alles am Abend beregnet.
Macht er uns auch frühlingssaftiger, der Regen?  
Einen Versuch war es wert!


























" Im Leben der Pflanzen spiegeln sich die Jahreszeiten sehr deutlich. Indem wir mit den Pflanzen in Kontakt sind, können wir auch uns auf die Jahreszeit einstimmen."

( Th.D. Petzold, Praxisbuch Salutogenese, Irisiana, S. 128)

Montag, 3. April 2017

Platzbeobachtung in München I


























München/Harras; 3. April 2017; 13 Uhr

Menschen, laufend, sitzend, stehend. Alleine, zu zweit, weniger zu dritt oder mehr.
Auf dem Weg. Wartend (Bus) und lesend (2xZeitung). 
Motorengeräusche aus 3 Himmelsrichtungen. Taubenflügelschläge. Stimmen.
Gespräche nebenan über das Sterben der Anderen.
Tüten rascheln, so wie die Zeitungen.
Versteckter Krähenruf.
Schlagzeilen auf 4 Zeitungskästen führen bei Lesenden zu Auf- und Abwärtsgehen. ( 3x)
Stark gebräunte Radfahrerin mit ausgeprägtem Glücksausdruck.
Taubengleitflüge.
Nebenan nun Gespräche über Bauchvenen.
2 Damen mit Einkaufstüten laufen aufeinander zu um dann mit gesenktem Blick aneinander vorbeizulaufen.
Junge im Spidermannpullover jagt brüllend Tauben.
2 Männer mit roten Cappies und gleicher Gangart.
Die Frau nebenan mit dem langen Haar und dem kaputten Knie führt Konversation mit mir.
"Sind sie Journalistin?"
3 Eis essende Mädchen auf der hölzernen Brunnenabdeckung. Daneben Schulkinder in Orgelpfeifen-Anordnung. Wieder ein Tauben jagendes Kind.
Die Frau mit dem langen Haar und dem kaputten Knie redet ununterbrochen.
Mit abgebrochenem Löffelstiel Eis essende Frau neben mir.
Die Frau mit dem langen Haar packt immer mehr Dramen aus.
Der Platz füllt sich mit Schulkindern. 
Die Menschen, die sonnengebräunter sind, sehen zufriedener aus.
Als ich gehe, geht auch die Frau mit dem langen Haar.
13 Uhr 28 Ende der Beobachtung. 

Ich danke Georges Perec für die Inspiration.