Mittwoch, 1. Januar 2020

Ein Moment sind drei Augenblicke (11) - Im Neujahrswald






"Ein Moment sind drei Augenblicke", stellte das Kind einmal fest. 
So kam es zu dieser Kategorie: *klick*.
Heute beim Neujahrsspaziergang im Wald:
Die unfassbar schöne Jahressausstellung der Borkenkäfer.

Was man sich wünschen könnte...




























Was ich mir wünsche

Die Unermüdlichkeit der Drossel, da es
dunkelt, den Gesang zu erneuern.
Den Mut des Grases, nach so viel
Wintern zu grünen.
Die Geduld der Spinne, die ihrer Netze
Zerstörung nicht zählt.
Die Kraft im Nacken des Kleibers.
Das unveränderliche Wort der Krähen.
Das Schweigen der Fische gestern.
Den Fleiß der Holzwespen, die Leichtigkeit
ihrer Waben.
Die Unbestechlichkeit des Spiegels.
Die Wachheit der Uhr.
Den Schlaf der Larve im Acker.
Die Lust des Salamanders am Feuer.
Die Härte des Eises, das der Kälte 
trotzt, doch schmilzt im Märzlicht der Liebe.
Die Glut des Holzes, wenn es verbrennt.
Die Armut des Winds.
Die Reinheit der Asche, die bleibt.

R.Wiemer

Meine Wünsche bleiben dieses Jahr unformuliert. 
Ich werde tun, was zu tun ist, aus dem , was gegeben ist und danken für alles was glücken wird.
Es gibt so viel zu tun, damit wir es hier nicht zu warm haben werden!

Und eines das wünsche ich uns allen doch:

* Ein schönes, hoffnungsvolles neues Jahr! *

Samstag, 28. Dezember 2019

Montag, 23. Dezember 2019

Der kleine Stern




























Hoch am Himmel,
im offenen Sternenmeer ,
leuchtet ein kleiner Stern.
Blinkt ein wenig heller als die anderen,
halbversteckt hinter der Abendwolke funkelnd.

Er flüstert uns von dort aus zu:
 verliere nur die Freude nicht,
verstecke bloß dein Lächeln nicht,
daran will ich erinnern.
Das Hoffen soll so weitergehn,
und auch die Träume 
sollst Du sehn,
daran will ich erinnern.

( Inspiriert und sinngemäß übertragen von einem finnischen Kinderlied von Maija Baric)

* Frohe Weihnachten, das wünsche ich Dir! *

Sonntag, 15. Dezember 2019

Zeitstücke am 14.Dezember, morgens


In Mirjams Kleinod fand ich heute folgende Aufgabe:
" Aus welchen Zeitstücken ist der heutige Tag gewebt?"
Dazu waren auf der Schachtelrückseite Fädchen und in diese durften Fund- und Versatzstücke eingewebt werden.

Am Morgen gab es Umschläge zu gestalten...alles sehr geheim...



























...dann ging ein Geheimnis in die Post....




























... und mehr und mehr kleine, winzige Geheimnisse entstanden...
Mehr darf an dieser Stelle nicht verraten und gezeigt werden. Für alle Fälle!
So webte ich den Tag über meine Zeitstückchen ein. Und freute mich noch lange über diesen wunderbaren kleinen Kalender und ebenso über das Zitat von Christa Wolf:

" Wie kommt Leben zustande? Die Frage hat mich früh beschäftigt. Ist Leben identisch mit der unvermeidlich, doch rätselhaft vergehenden Zeit? Während ich diesen Satz schreibe, vergeht Zeit; gleichzeitig entsteht - und vergeht- ein winziges Stück meines Lebens. So setzt sich Leben aus unzähligen solcher mikroskopischen Zeit- Stücke zusammen? Merkwürdig aber, daß man es nicht ertappen kann. Es entwischt dem beobachtenden Auge, auch der fleißig notierenden Hand und hat am Ende eines Lebensabschnitts- hinter unserem Rücken nach unserem geheimen Bedürfnis zusammengefügt: gehaltvoller, bedeutender, spannungsreicher, sinnvoller, geschichtenträchtiger. Es gilt zu erkennen, daß es mehr ist als die Summe der Augenblicke. Mehr auch als die Summe aller Tage. Irgendwann, unbemerkt von uns, verwandeln diese Alltage sich in gelebte Zeit."
( Christa Wolf: Ein Tag im Jahr 1960-2000)